Über uns

Die Folgen der globalen Finanzkrise erfassen Schritt für Schritt alle Lebensbereiche. Weltweit sind Arbeitsplätze, Ersparnisse, Renten und öffentliche Dienstleistungen in Gefahr. Dabei erleben wir mit der aktuellen Krise keinen üblichen konjunkturellen Abschwung – womit wir es vielmehr zu tun haben ist eine Systemkrise, die weltweit verheerende Folgen nach sich zieht. Wir erleben die Krise eines vollkommen unregulierten globalen Finanzmarktsystems, in dem langfristige Investitionen, Arbeitsplätze, Löhne, eine saubere Umwelt, ja das Wohlergehen des gesamten Planeten, den Interessen einer Minderheit geopfert wurden.

Die Krise muss zum Anfang einer grundlegenden Reform der Weltwirtschaftsordnung werden. Was wir brauchen, ist ein Paradigmenwechsel: nicht mehr reines Gewinnstreben, sondern nachhaltige Entwicklung und soziale Gerechtigkeit müssen oberste Priorität haben.

Die Finanzreformen in Europa greifen zu kurz!

Als Reaktion auf die Krise wurden in Europa einige Finanzmarktreformen durchgeführt. Allerdings geschah dass unsystematisch und in einem nur sehr begrenzten Ausmaß. Die bisher von der EU unterbreiteten Vorschläge greifen zu kurz und werden den Anforderungen eines soliden Finanzsystems nicht gerecht. Dazu fehlt es offensichtlich am politischen Willen. Dass sich die Lage auf den Finanzmärkten teilweise wieder verbessert hat, dient manchen europäischen Staatslenkern als Vorwand, keine wirksamen gesetzliche Regelungen zu ergreifen und im wesentlichen alles beim Alten zu belassen. Die Konsequenz daraus ist freilich nur, dass noch mehr Arbeitsplätze verloren gehen und neue Krisen entstehen können. Dem müssen wir einen Riegel vorschieben. Die Menschen dürfen nicht noch weiteren Risiken ausgesetzt werden.

Wir müssen handeln!

Es ist an der Zeit, dass die Bürger und Bürgerinnen in ganz Europa ihre Stimme erheben und fordern, die eigentlichen Ursachen der Krise anzugehen. Wir brauchen strenge Regeln, um dem wahnwitzigen Treiben der Finanzjongleure ein Ende zu setzen, und neue Rahmenbedingungen, die mehr Rücksicht auf gesamtgesellschaftliche Interessen nehmen. Die bisher unregulierten Finanzmärkte müssen weltweit einer fairen und transparenten Ordnungsstruktur unterworfen werden. Es ist nun die vorrangige Aufgabe der Regierungen der EU-Staaten und der europäischen Institutionen dafür zu sorgen, dass soziale Gerechtigkeit und der sorgsame Umgang mit unserem Planeten bei der Debatte über Finanzreformen oberste Priorität haben. Deshalb ist es für die Europäer so wichtig, sich mit vereinten Kräften für Finanzreformen einzusetzen.

Europeans for Financial Reform

Die Initiative „Europeans for Financial Reform“ ist eine Koalition der progressiven Kräfte, die von Vertretern nichtstaatlicher Organisationen, Gewerkschaftern, Bürgern, Akademikern und progressiven Politikern gegründet wurde, um eine Kampagne für echte Reformen im Bank- und Finanzwesen in Gang zu setzen. Der Startschuss für die Kampagne erfolgte am 21. September 2009. Seitdem findet die Koalition laufend mehr Zustrom und täglich schließen sich neue Mitglieder unserer Kampagne an (http://europeansforfinancialreform.org/en/user/register).

Die US-Kampagne „Americans for Financial Reform“

Auch in den USA formieren sich viele Gruppen, um Finanzreformen zu erwirken. Wie bei „Europeans for Financial Reform“ ist auch hier ein Hauptadressat die Tagung der G20 im Juni in Kanada.

„Americans for Financial Reform“ ist ein Zusammenschluss von mehr als 200 Organisationen in den USA, um das US-Bankensystem und die Kreditvergabe nach der Finanzkrise zu reformieren. Die Kampagne setzt sich für ein neues Banken- und Finanzsystem ein, das auf Verantwortlichkeit, Fairness und Sicherheit basiert.

Die Kampagne wird von mehr als 200 nationalen und regionalen Gruppen unterstützt. „Americans for Financial Reform“ möchte erreichen, dass Familien und Unternehmen vor Missbrauch von Großbanken, Kreditkartenunternehmen und Börseninsidern geschützt werden. Damit soll eine Finanzkrise in Zukunft vermieden und die Wirtschaftslage stabilisiert werden.

KONTAKT

Für weitere Informationen oder wenn Sie bei unserer Kampagne mitmachen möchten, können Sie sich gerne mit Ani Degirmencioglu unter ani.degirmencioglu@solidar.org oder unter der Nummer 0032 2 500 10 32 in Verbindung setzen.